Filmatelier mit Spielmann und Glawogger
Nachdem am 18. 11. der Oscar® nominierte Regisseur Götz Spielmann, eine Lecture über seinen Film „Revanche“, der mit für österreichische Filme häufig, typischen derben Szenen beginnt, um danach eine herausfordernde Immersion und ein Eröffnen der Augen für die Ästhetik des Films zu ermöglichen, gehalten hat, war mit Michael Glawogger am 25. 11. ebenfalls ein prominenter österreichischer Regisseur zu Gast.

So unterschiedlich das Schaffen und die Herangehensweise an fordernde Stoffe der beiden Regisseure auch sein mag, die Veranstaltung gestaltete sich beide Male als sehr informativ. Während Herr Spielmann seinen Vortrag auf Beispiele aus seinem Film aufbaute, erzählte Michael Glawogger allgemeiner über seinen Zugang zum Filmemachen. Er erklärte seine Gedanken hinter „Vaterspiel“. So sollte das Böse nach ihm auf der Leinwand eher einen Pyjama tragen, als ein Monsterkostüm – so wie es im wirklichen Leben viel öfter vorkommt. Auch Charaktere die nur gut oder böse sind interessieren den Regisseur, der viel mit dokumentarischen Elementen und Dokumentarfilm arbeitet wenig, da dies wenig authentisch ist. Ein Ansatz von Regisseur Glawogger ist unter anderem das häufige Mischen von Schauspielern die aus verschiedensten beruflichen Backgrounds kommen.

Gegen Ende seiner Filmatelier Lecture gab er zu, dass der Film „Vaterspiel“ eine Eigendynamik entwickelt hätte, die den Film schlussendlich anders aussehen ließ als ursprünglich geplant. Gründe dafür sieht er in der starken Stoffvorlage (Romanadaption von “Das Vaterspiel” von Josef Haslinger ), in Zufällen und der Tatsache, dass sich die Schauspieler immer wieder mit Vorschlägen einbrachten. Bisherige interessante Einblicke lassen voller Erwartung auf den dritten bis dato angekündigten Vortrag (16. 12. 2009) von Jessica Hausner über ihr neues Werk „Lourdes“ gespannt warten.
MaRo