Referenzen
Referenzbilder sind das A und O, bei der Produktion eines guten Shots (=Filmeinstellung). Ob es um die Erstellung eines CGI-Models geht oder eine Backplate (Hintergrundbild) erweitert werden muss, der erste Schritt ist immer die Suche nach guten Vorlagen. Nur sie sorgen dafür, dass sich die digitalen Elemente möglichst glaubwürdig und im Idealfall nicht erkennbar, in den gefilmten Shot einfügen.
Um das zu erreichen, ist es wichtig, vom Filmset, egal ob unter freiem Himmel oder im Studio gedreht wird, so viele Aufnahmen zu erstellen wie möglich. Alles was sich später als nützlich erweisen könnte, sollte dabei abgelichtet werden. Am wichtigsten ist dabei das Erstellen eines 360° Panoramas (Rundum Ansicht). Aus den Fotos wird dann eine 360° Map (Bild zur Projektion auf digitale Modelle und deren Umgebungen) erstellt, die Reflektionen der CG-Modelle beeinflussen kann.
Beispiel für Fotos vom Drehort (Szene für den Dokumentarfilm „Weinviertel“)

Der Vorteil liegt auf der Hand, das digitale Modell spiegelt die Umgebung wieder und fügt sich damit ein Stück besser in die real gedrehte Szene ein. Genau diese Textur wird auch benutzt, um Lichtinformationen zu extrahieren und die Modelle korrekt zu beleuchten.
Und das ist die daraus generierte HDR – Beleuchtungs- / Reflektions- Textur

Auch hier merkt man sofort, dass sich dieser zusätzliche Aufwand lohnt, denn gerade die Beleuchtung entscheidet oft, ob sich das Model gut in die Szene einpasst oder nicht.
Diese 360° Map vereinfacht die Arbeit eines 3D-Artists deutlich, das heißt, er kommt schneller zum Ergebnis was natürlich auch bedeutet, dass die Kosten niedriger sind. Muss diese Map erst von Hand erstellt werden, mit Referenzen, die sich der Artist erst zusammensuchen muss, kostet das Zeit und damit eben viel Geld. Diese Kosten kann man vermeiden, wenn vorher mit dem Visual-Effects-Team abgesprochen wird, was für die CG-Produktion benötigt wird.
Das gleiche trifft auf Fotos von Objekten des Sets oder der Gegend zu. Ein falsches Foto gibt es nicht, alles kann nützlich sein und später Zeit und damit Geld sparen. Dabei können es teilweise sogar mehrere Tage Arbeit sein, die gespart werden.
Gute Referenzen machen zum Beispiel das Modellieren der digitalen Modelle viel einfacher, das Erstellen der Texturen geht dann schon fast von „allein“. Bei den Referenzen ist es wichtig, dass das abgebildete Objekt im Mittelpunkt steht. Die Fotos sollen also nicht an Urlaubsfotos erinnern. Idealerweise sind die Fotos dann auch gleich in 16 bit, was gerade bei Reflektions- und Beleuchtungs-Maps von Vorteil ist. Dem erweiterten Farbraum sei Dank, wirken die Modelle gleich realistischer.
Beispiel von Referenzaufnahmen von Keltenhäusern in Niederösterreich (für den Dokumentarfilm „Weinviertel“)

Die daraus entstandenen Modelle (für den Dokumentarfilm „Weinviertel“)

Bei Berücksichtigung obiger Punkte, können digitale visuelle Effekte effizient und in beeindruckender Qualität hergestellt werden.
-kzin