Industrial Motion Art Filmproduktion | The Visual Effects and Digital Art Studio of Reinhold A. Konrad – Fragner

Crowd at a brightly lit Berlin film festival venue at night. Red and orange lights illuminate the bustling scene, creating a vibrant, festive atmosphere.

Zwischen rotem Teppich und digitalen Untiefen: Die Berlinale 2026 und die Zukunft der VFX [de]

Heute ist es so weit: Berlin wird wieder zum Epizentrum der Filmwelt. Während die Scheinwerfer am Berlinale Palast für die Eröffnung der 76. Internationalen Filmfestspiele aufflammen, blicken wir als Team von Industrial Motion Art mit einer Mischung aus Faszination und professioneller Wachsamkeit auf das, was uns in den kommenden elf Tagen erwartet.

Die Berlinale ist für uns mehr als nur ein Festival; sie ist ein Gradmesser für den Zustand des Kinos. Wie es auf der offiziellen Homepage der Berlinale so treffend heißt:

„Die Berlinale ist zurück – und wie immer ist ihr filmisches Menü vollgepackt mit Kino, das herausfordert, provoziert und die Freuden und Prüfungen unserer Zeit widerspiegelt.“ Mit dem Eröffnungsfilm „No Good Men“ der afghanischen Regisseurin Shahrbanoo Sadat setzt das Festival direkt zu Beginn ein Zeichen für die Relevanz des Mediums in einer komplexen Welt.

Navigation in unbekannten Gewässern

Für uns als Studiobesitzer und VFX-Künstler fühlt sich die aktuelle Branchenlandschaft jedoch oft so an, als würden wir völlig unbekannte Gewässer voller Untiefen und Sandbänke ergründen. Die technologische Entwicklung im Bereich der Visual Effects hat eine Geschwindigkeit aufgenommen, die selbst für Profis atemberaubend ist. Die Zahl der Tools – von KI-gestützten Generatoren bis hin zu spezialisierten Compositing-Lösungen – steigt ins Unüberschaubare. Dabei die Spreu vom Weizen zu trennen und zu entscheiden, welche Werkzeuge sinnvoll und welche lediglich glitzernder Ballast sind, ist die große Kunst unserer Zeit.
A ship navigates tumultuous, dark ocean waves under a stormy sky at dusk. Intense waves crash around, conveying a sense of danger and urgency.

Lohnt sich der Aufwand für „Heavy Simulations“ noch?

Eine Frage, die uns in unseren Projekten bei Industrial Motion Art immer wieder beschäftigt: Lohnt es sich heute noch, extrem aufwendige, rechenintensive physikalische Simulationen (Heavy Simulations) aufzusetzen? Die Antwort darauf ist kein starres Ja oder Nein. Sie ist vielmehr ein dynamischer Prozess, der sich im Verlauf der technologischen Entwicklungen ständig neu definiert. Während generative Imaging und Echtzeit-Engines immer öfter verblüffende Ergebnisse liefern, bleibt die absolute Kontrolle und physikalische Korrektheit traditioneller High-End-Simulationen in der Spitzenklasse des Kinos nach wie vor unersetzlich. Doch wir beobachten genau: Wo früher Wochen an Rechenzeit investiert wurden, erlauben uns neue Algorithmen heute oft Abkürzungen, ohne den künstlerischen Anspruch zu opfern. Wir steuern unser Schiff vorsichtig durch diese Sandbänke, immer mit dem Ziel, die Vision der Regisseure ohne unnötigen technischen Überbau zu realisieren.

Innovation am European Film Market (EFM)

Besonders spannend finden wir dieses Jahr die Neuerungen im Rahmen des Festivals. Mit den ersten EFM Animation Days (12. bis 14. Februar) erkennt die Berlinale die wachsende Bedeutung des digitalen Schaffens explizit an. Tanja Meissner, Direktorin von Berlinale Pro, betont die Bedeutung dieses Sektors:

„Die EFM Animation Days sind eine wichtige neue Initiative, die einen sehr kreativen und dynamischen Sektor stärkt… Die außergewöhnlichen Talente und die hohe Kreativität der europäischen Branche zu präsentieren, ist sowohl wirtschaftlich als auch kulturell essenziell.“

Dieser Fokus auf Innovation – von KI über Big Data bis hin zur klassischen Animation – zeigt, dass das europäische Kino bereit ist, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen.

Ausblick und Wünsche

In unregelmäßigen Abständen werden wir hier im Blog tiefer in diese Themen eintauchen und unsere Erfahrungen aus dem Studioalltag zwischen Simulation und Realität teilen.

Doch heute gehört die Bühne erst einmal den Filmemacherinnen und Filmemachern. Wir wünschen allen Teilnehmern der 76. Berlinale viel Erfolg! Auf dass das europäische Kino, die Filme und Serien dieser Saison noch erfolgreicher werden und dabei ihren gewohnt hohen künstlerischen Anspruch behalten.

Mögen die Bären ein Zuhause bei jenen finden, die den Mut haben, neue Wege zu gehen.

Reinhold A. Fragner Inhaber, Industrial Motion Art


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